Von billig bis stilvoll – die große Bandbreite des Pornofilms

Erstellt am 5. Dezember 2011 von Steve unter Allgemein

In der Regel wird es fast ausschließlich Männern nachgesagt, dass sie sich schon mal ein Porno-Video aus dem nächsten Sexshop holen bzw. aus dem Internet downloaden, um damit ihre mehr oder minder akute Notgeilheit zu befriedigen. Gewiss gibt es auch vereinzelt Pornofilme für Frauen, mit männlichen Hauptdarstellern, doch angesichts des offenkundig sehr viel größeren Bedarfs beim männlichen Geschlecht nach vorwiegend optischen Reizen und nach diversen Formen der Ersatzbefriedigung, ist dies wohl eine verschwindend kleine Minderheit.

In den perfekt eingerichteten Vorführräumen oder Kabinen der Sexkinos – oder natürlich verstärkt zuhause, in den eigenen vier Wänden – gehen so viele ihren niederen Bedürfnissen nach und begnügen sich dabei mit allereinfachsten Darstellungen in einer filmisch schlechten Qualität. Dabei gibt es, jenseits aller moralischen Einwände, ja auch durchaus anspruchsvollere Pornofilme, die sich eben nicht mit schnödem Blümchensex in immer denselben Stellungen begnügen, sondern beispielsweise das sexuelle Geschehen geschickt in einen alltäglichen Handlungsrahmen einzubinden und gleichzeitig einen „knisternden“ Spannungsbogen aufzubauen wissen. Dazu bedarf es nicht zwangsläufig härterer Spielarten des Sex, wie z. B. BDSM, um dem Pornofilm ein gehobeneres oder gar künstlerisches Niveau zu verleihen.

Neben Spielfilmen, in denen jede sich nur bietende Gelegenheit für pornografische Darstellungen genutzt wird und die Frauen gerne stereotyp wie Call Girls à la Emmanuelle aussehen, gibt es auch realistischere Formen mit scheinbar aus dem Leben gegriffenen Verführungsszenen, pornografische Adaptionen großer Kinoerfolge (z. B. „Sperminator“), vorwiegend japanische Zeichentrickpornos (Hentai), amateurhaft gedrehte Filme ohne Handlung, bei denen der Kameramann gerne ins Geschehen mit eingreift (Gonzo), und als Artcore bezeichnete Pornos mit künstlerischen Effekten (z. B. Zeitlupe oder besonderen Schnitt- und Farbeffekten).

Dass vor allem die Zuschauerinnen von Frauenpornos nicht nur endlose Nahaufnahmen von Körperteilen in Aktion sehen möchten, sondern auch eine schlüssige, dazu passende Geschichte erwarten, ist eine wichtige Leitlinie des dänischen Regisseurs Lars von Trier, der als einer der Vorreiter des qualitativ hochwertigen Pornos gilt.

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