Da wir schon immer stark von Zeichentrickfilmen begeistert sind, entschieden wir uns dazu, eine Reise an die Ostsee zu unternehmen, um am Meer über Comics zu plaudern.
Zeichentrick kombiniert die Techniken des Zeichnens und Filmens miteinander, was ungefähr im Jahr 1910 begonnen wurde und worüber wir in unserem Wellnesshotel auf Usedom ausführlich redeten. In Europa verstand man den Zeichentrick vor allem als Kunstform, wogegen man ihn in Amerika aus kommerziellen Gründen anwendete. Max Fleischer nutzte 1924 ein spezielles Tonverfahren, was er z.B. bei der bekannten Comicfigur „Betty Boop“ anwandte, die als Filmposter auch heute noch gern an Wänden hängt.
Der bekannteste Zeichentrick-Designer ist Walt Disney, von dem vor allem das Markenzeichen Micky Mouse bekannt und beliebt ist. Auch die ersten farbigen Zeichentrickfilme sind von der Firma Disney kreiert wurden und auch heute noch stammen viele Animationsfilme von eben jener Produktionsfirma. Walt Disney interessierte sich stets für neue Filmtechniken und entwickelte sich immer weiter. Bekannt ist er vor allem dafür, dass er sich bei den Figuren immer stark an der Realität orientierte, so z.B. beim bekannten „Das Dschungelbuch“.
Wir hatten so viel zu erzählen, dass uns die wenigen Tage auf Usedom nicht ausreichten und wir eine Woche in einer Ferienwohnung im Allgäu anhängten, um weiterhin über Zeichentrick zu quatschen. Bei Zeichentrickfilmen müssen die Dialoge als erstes als Layout vom Team und später von Schauspielern gesprochen werden, um die Längen und das Timing festzulegen. Auch Songs und andere Tonquellen müssen vorher eingespielt werden, wobei man sehr genau arbeiten muss, damit die Töne genau zur jeweiligen Szene passen.
Dann erst beginnt man mit dem Zeichnen der Figuren. Meist zeichnet je ein Zeichen-Team eine Hauptfigur als Reinzeichnungen. Bewegungsphasen werden dann von anderen Zeichnern ergänzt und wieder andere Mitarbeiter färben die Folien. Ein Trickfilm besteht so leicht aus 400.000 bis 600.000 Zeichnungen, da für jede Filmsekunde ca. 24 Einzelbilder erforderlich sind. Dazu kommen noch Vorder- und Hintergrundzeichnungen, wofür Hintergrundmaler zum Einsatz kommen. Zwar werden heute auch viele Computer eingesetzt, doch bleibt die künstlerische Qualität der Handzeichnungen dennoch erhalten. Wir plauderten noch viel an dem Wochenende und hängten uns anschließend Die Simpsons Poster an unsere Wände.